Ein Jugendfreund für sechshundert Mark, ein Killer ohne Perspektive, eine Geisel im Glück, eine Suppe für Hermann und ein Jude für Jutta, zwei Maschinengewehre und ein Granatwerfer gegen den Papst, ein letzter Plan für erste Ängste. So ironisch wie ernst, so traurig wie heiter, so lustig wie trocken erzählt Arjouni in sechs Geschichten davon, wie im Leben vieles möglich scheint und wie wenig davon klappt.
'Vielleicht machte ihr die Einsamkeit ihres Sohnes tatsächlich Sorgen, doch ich hatte den Eindruck, Freunde hielt sie nicht unbedingt für das richtige Mittel dagegen.' In Arjounis Geschichten gehorcht das Leben kaum je den Regieanweisungen: Meist läuft es anders, und oft geht es unerwartete Wege. Da heuert ein Theatermann einen Trampenden an, für ihn den Jugendfreund zu spielen, weil er vor seinen Kollegen nicht als Arbeits-Zombie dastehen will. Der alte Kanter findet in ländlicher Zurückgezogenheit mehr als seinen Frieden. Ein Schriftsteller glaubt, als Geisel eines Banküberfalls das wahre Leben zu entdecken. Gambler und Loser, Tagträumer, Söldner und jene, die den großen Reibach machen: In Arjounis Geschichten kommt es zu unvermuteten Begegnungen in den verschiedensten Milieus. Arjouni erzählt von einer Bankräuberin, einem liebeskranken ehemaligen Kickboxer und Biederbürgern, deren Verlogenheit preisgekrönt wird. Witzig, ironisch, pointiert erzählt Jakob Arjouni von Aufstieg und Absturz seiner Figuren. Er weiß, dass es im Leben selten ein Happy End, aber sehr wohl gute Geschichten gibt.
»Es gab und gibt keinen einzigen deutschen Schriftsteller außer ihm, der je so schöne, freundliche und einfache Worte dafür gefunden hätte, wie hässlich und kompliziert unser Leben hier ist.«