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Georges Bernanos war einer der kompromisslosesten französischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts: katholischer Romancier, Publizist, Polemiker - und ein Autor, der das Politische stets am Maß der Seele prüft. Geboren in Paris, geprägt vom ländlichen Nordfrankreich und verwundet im Ersten Weltkrieg. Literarisch wurde er mit Sous le soleil de Satan (1926) und spätestens mit dem Journal d'un curé de campagne (1936; ausgezeichnet mit dem Grand Prix du roman de l'Académie française) zu einer Leitfigur des "renouveau catholique". Politisch durchlief Bernanos Brüche: vom frühen Milieu der monarchistischen Rechten hin zum öffentlichen Zeugen gegen jede Form der Gewaltherrschaft. 1938 ging er ins brasilianische Exil, kehrte 1945 nach Frankreich zurück und blieb bis zuletzt ein unbequemer Warner vor der inneren Entleerung Europas. Der konzentrierteste Ausdruck dieser Warnung ist sein Spätwerk La France contre les robots (1947) - auf Deutsch Gegen die Roboter (1949): Bernanos' hellsichtige Streitschrift gegen die technokratische Entmenschlichung.
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